Programm der betriebsärztlichen Fortbildung der BG ETEM 2026
Online-Fortbildung
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Am Ende jedes Vortrags sind 10-15 Minuten für Diskussion und Fragen vorgesehen.
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27.10.2026 |
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Uhrzeit |
Thema |
Referent/-in |
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ab 08:00 |
Möglichkeit zum Technik-Test, Zugang offen |
Mathias Randig |
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09:00 |
Begrüßung und Einführung |
Arno Siepe Christian Fries |
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09:15 |
Prävention durch Ergonomie: Erfahrungen aus der betrieblichen Beratung |
Stefan Kindermann |
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10:00 |
5 Minuten Pause |
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10:05 |
EVA-Mesothel: Früherkennung von Mesotheliomen mit Biomarkern für spezielle Risikogruppen |
Dr. Ingolf Hosbach |
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10:50 |
20 Minuten Bewegungspause |
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11:10 |
Der neue Innenraumreport und Unterstützungsmöglichkeiten durch das IFA |
Dr. Kirsten Sucker |
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11:55 |
5 Minuten Pause |
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12:00 |
Neue Arbeitswelt, alte Regeln? Verdeckte rechtliche Probleme im Arbeitsschutz |
Patrick Aligbe |
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12:45 |
45 Minuten Mittagspause |
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13:30 |
Reiseimpfungen in der Arbeitsmedizin: Neue Empfehlungen, praktische Umsetzung und aktuelle Trends |
Dr. Markus Frühwein |
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14:30 |
10 Minuten Pause |
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14:40 |
Forschungsprojekte: Dekontaminationsstrategien nach Flusssäureexposition & Penetrationsverhalten von Chrom (VI) |
Dr. Anna Wolfschmidt-Fietkau |
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15:10 |
10 Minuten Pause |
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15:20 |
Prof. Dr. Annette Limberger |
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16:15 |
Abschlussdiskussion |
Arno Siepe Christian Fries |
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16:25 |
Ende der Veranstaltung |
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Referenten/Referentinnen
in alphabetischer Reihenfolge
Patrick Aligbe, LL. M. (Medizinrecht)
Referent Recht, Abteilung Recht der BG prevent GmbH
Lehrbeauftragter Medizinrecht DHBW
E-Mail: arbeitsschutz@sicherheitsrecht-bayern.de
Dr. med. Markus Frühwein
Facharzt für Allgemeinmedizin
Reisemedizin, Tropenmedizin, Ernährungsmedizin, MAHM
Dr. Frühwein & Partner
Brienner Straße 11
80333 München
E-Mail: markus@drfruehwein.de
Dr. med. Ingolf Hosbach
Facharzt für Anästhesiologie; ZB Betriebsmedizin und Spezielle Schmerztherapie
Leiter der DGUV-Projektgruppe Mesotheliomtherapie
Stv. Referatsleiter Poliklinik, Berufskrankheiten und Beratung
Institut für Prävention und Arbeitsmedizin der DGUV
Institut der Ruhr-Universität Bochum (IPA)
Bürkle-de-la-Camp-Platz 1
44789 Bochum
E-Mail: Ingolf.Hosbach@dguv.de
Prof. Dr. med. Annette Limberger
Fachärztin für Phoniatrie und Pädaudiologie
Professorin der Hochschule Aalen und Sektionsleitung Phoniatrie und Pädaudiologie an der HNO-Klinik der SLK-Kliniken Heilbronn
Beethovenstr. 1
73430 Aalen
E-Mail: annette.limberger@hs-aalen.de
Stefan Kindermann
Referent für Ergonomie im Fachkompetenzcenter Gesundheit im Betrieb
BG Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse
Präventionsabteilung
Gustav-Heinemann-Ufer 130
50968 Köln
E-Mail: kindermann.stefan@bgetem.de
Dr. Kirsten Sucker
Wissenschaftliche Mitarbeiterin im
Referat 3.2 Technische Schutzmaßnahmen, Klima, Innenräume
Institut für Arbeitsschutz der Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e.V.
Alte Heerstr. 111
53757 Sankt Augustin
E-Mail: Kirsten.Sucker@dguv.de
Dr. med. Anna Wolfschmidt-Fietkau
Ärztin, wissenschaftliche Mitarbeiterin
Arbeitsgruppenleitung Dermatotoxikologie
Institut und Poliklinik für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin
FAU Erlangen-Nürnberg
Henkestraße 9-11
91054 Erlangen
E-Mail: anna.wolfschmidt@fau.de
Wissenschaftliche Leitung und Moderation
Arno Siepe
Facharzt für Arbeitsmedizin
Ernährungsmedizin
Präventionsmedizin
Referent im Fachkompetenzcenter Gesundheit im Betrieb
Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse
Präventionsabteilung
Gustav-Heinemann-Ufer 130
50968 Köln
E-Mail: Siepe.Arno@bgetem.de
Christian Fries
Facharzt für Allgemeinmedizin, Betriebsmedizin, Verkehrsmedizin
Referent im Fachkompetenzcenter Gesundheit im Betrieb
Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse
Präventionsabteilung
Gustav-Heinemann-Ufer 130
50968 Köln
E-Mail Fries.Christian@bgetem.de
Vorträge – Kurzbeschreibung
in chronologischer Reihenfolge
Prävention durch Ergonomie: Erfahrungen aus der betrieblichen Beratung (Stefan Kindermann)
Die Beurteilung von Muskel-Skelett-Belastungen und die ergonomische Gestaltung von Arbeitssystemen stellen Unternehmen bis heute vor Herausforderungen. Anhand von exemplarischen Fallbeispielen werden zentrale Aspekte im Kontext der Gefährdungsbeurteilung diskutiert sowie Gestaltungsansätze für Arbeitssysteme in Büro und Produktion vorgestellt.
EVA-Mesothel: Früherkennung von Mesotheliomen mit Biomarkern für spezielle Risikogruppen (Ingolf Hosbach)
Bei der Therapie von Mesotheliomen wurden entscheidende Fortschritte in den letzten Jahren erzielt. Jedoch verhindert ihre meist sehr späte Erstdiagnose, dass die Betroffenen alle Therapieoptionen zur Verfügung haben und der Anteil von Langzeitüberlebenden höher ist. Niedrig-Dosis-Computertomographien sind aufgrund der flachen Wuchsform der Pleuramesotheliome zur Früherkennung nicht geeignet. Jedoch haben die Ergebnisse der Langzeit-Studie „MoMar“ die Blut-Biomarker Mesothelin und Calretinin validiert, so dass diese Kombination 2023-2025 in einer Pilotphase in NRW und seit Herbst 2025 bundesweit zur Früherkennung von Mesotheliomen bei Patient*innen mit Asbest-bedingten Pleuraveränderungen/Asbestose (BK -Nr. 4103) oder bei Langzeit-Überlebenden nach Asbest-bedingtem Lungenkrebs (BK-Nrn. 4104 bzw. 4111) zur jährlichen Vorsorge angeboten wird. Parallel hat die DGUV die DKG-Zertifizierungen von 20 Mesotheliomeinheiten an Lungenkrebszentren gefördert, die über entsprechende Erfahrungen in der Behandlung von Pleuramesotheliomen verfügen. Die Mesotheliomeinheiten sind im MesoTheraNet vernetzt und tauschen sich regelmäßig über neue Entwicklungen aus, die im Weiteren z.B. in die Onkopedia-Leitlinie „Pleuramesotheliom“ eingebracht werden.
Die Fortbildung berichtet über EVA-Mesothel und die aktuellen Entwicklungen.
Der neue Innenraumreport und Unterstützungsmöglichkeiten durch das IFA (Kirsten Sucker)
Der neue Report, der in seiner vierten und vollständig überarbeiteten Auflage vorliegt, bietet eine schrittweise, modulare Untersuchungs- und Bewertungsstrategie, um Beschwerden von Beschäftigten an Innenraumarbeitsplätzen systematisch auf den Grund zu gehen.
Checklisten helfen dabei, erste Ermittlungen vor Ort vorzunehmen und Gespräche mit Betroffenen zu führen und dabei alle wichtigen Faktoren, die nach aktuellem Kenntnisstand als mögliche Ursachen in Betracht kommen, zu berücksichtigen.
Dazu gehören neben ergonomischen, physikalischen und chemischen Faktoren, Biostoffen und Allergenen vor allem auch psychische Belastungsfaktoren.
Neue Arbeitswelt, alte Regeln? Verdeckte rechtliche Probleme im Arbeitsschutz (Patrick Aligbe)
Neue Arbeitsformen wie mobile Arbeit sind längst Teil des Arbeitsalltags. Rechtlich bleiben sie an vielen Stellen weniger eindeutig, als es auf den ersten Blick erscheint. Der Vortrag widmet sich ausgewählten, oft unterschätzten Fragen des Arbeitsschutzrechts an der Schnittstelle von betrieblicher Praxis, nationalem Recht und europäischem Rahmen.
Reiseimpfungen in der Arbeitsmedizin: Neue Empfehlungen, praktische Umsetzung und aktuelle Trends (Markus Frühwein)
Internationale berufliche Mobilität stellt die Arbeitsmedizin zunehmend vor komplexe Anforderungen in der Impfprävention. Neben den etablierten Standard- und Indikationsimpfungen gewinnen neue Entwicklungen, etwa bei Impfungen gegen Dengue und Chikungunya, sowie aktualisierte Empfehlungen zur Tollwutpräexpositionsprophylaxe an Bedeutung. Der Vortrag beleuchtet aktuelle Neuerungen und ordnet diese praxisnah in arbeitsmedizinische Vorsorgekonzepte ein.
Flusssäure-Exposition in einem Humanhaut-ex-vivo-Modell – Prüfung unterschiedlicher Dekontaminationsstrategien und Implikationen für Erste-Hilfe-Maßnahmen in der Praxis (Anna Wolfschmidt-Fietkau)
Hintergrund
Flusssäure wird in vielen Industriezweigen (z.B. Halbleitertechnik) eingesetzt. Eine dermale Exposition im Rahmen von Unfallereignissen kann neben einer lokalen Verätzung auch zu vital bedrohlichen systemischen Reaktionen durch die Aufnahme von Fluorid (F-) in den Körper führen. Das Ziel von Erste-Hilfe-Maßnahmen muss daher sein, den F--Übertritt durch die Haut zu minimieren.
Material und Methode
Frisch exzidierte Humanhaut wurde in einem statischen Diffusionszellmodell gegenüber 100µl 5%iger, 30%iger oder 50%iger Flusssäure exponiert. Über mehrere Jahre wurde in sechs aufeinanderfolgenden Projektphasen untersucht, inwiefern der Dekontaminationserfolg (F- Reduktion) vom Zeitpunkt des Dekontaminationsbeginns, von der Wahl des Dekontaminationsmittels sowie von zusätzlichen Faktoren, wie z.B. einer pH-Adjustierung oder Kühlung der Haut, abhängt.
Ergebnisse und Schlussfolgerung
Es gibt eine Reihe von Faktoren, die den Durchtritt von Flusssäure durch die Haut beeinflussen können, so z.B. der intradermale pH-Wert.
Bei Unfällen mit dermaler Flusssäurekontamination ist jedoch die entscheidende Erste-Hilfe-Maßnahme die sofortige Reinigung der Haut. Ein frühestmöglicher Beginn der Dekontamination ist bedeutsamer als alle anderen untersuchten Faktoren. Die Wahl eines bestimmten Dekontaminationsmittels ist nicht ausschlaggebend und darf den Dekontaminationsbeginn auf keinen Fall verzögern. Die Kühlung des betroffenen Hautareals kann die systemische F--Aufnahme zusätzlich verringern. Als zweiter Dekontaminationsschritt sollte ein Calcium-haltiges Gel aufgetragen werden.
Penetrationsverhalten und Immobilisierung von Chrom (VI)-Verbindungen in einem Humanhaut-ex-vivo-Modell (Anna Wolfschmidt-Fietkau)
Hintergrund
Chrom (VI)-Verbindungen sind erwiesenermaßen krebserzeugend und können durch Inhalation, Ingestion oder durch die Haut in den Körper aufgenommen werden. Bei der transdermalen Route muss sowohl die Barrierefunktion als auch die metabolische Aktivität der Haut berücksichtigt werden. In der vorliegenden Studie sollte daher das Penetrationsverhalten von Chrom (VI) in einem Humanhaut-ex-vivo-Modell untersucht werden.
Methoden
Frisch exzidierte Humanhaut wurde in einem statischen Diffusionszellmodell gegenüber 100 µl einer Chrom (VI)-oxid-Lösung unterschiedlicher Konzentration und mit unterschiedlicher Expositionsdauer exponiert.
Ergebnisse
Bei mittleren und hohen dermalen Belastungen penetrieren Chrom (VI)-Verbindungen die Haut sehr schnell und mit kurzen Durchbruchszeiten. Die Reduktionskapazität der Haut wurde durch den Nachweis von immobilisiertem Chrom in einem Hautdepot belegt, scheint jedoch nur bei sehr geringen Mengen zu funktionieren und muss in weiteren Studien quantifiziert werden.
Audiometrie in der Arbeitsmedizin (Annette Limberger)
Der Vortrag gibt einen praxisnahen Überblick über die Anwendungen der Audiometrie in der Arbeitsmedizin, wie sie vor allem in Lärm I, II und III gefordert werden. Bei der Tonaudiometrie ist vor allem die Vertäubung interessant, auf die im Besonderen eingegangen wird, mit einfachen Regeln für die Praxis. Die Durchführung der Sprachaudiometrie wird beschrieben und ein Augenmerk auf die Grenzen des Testmaterials gelenkt. Auch objektive Verfahren, wie die Tympanometrie und Stapediusreflexmessung zur Differentialdiagnostik von Mittelohrschwerhörigkeiten werden kurz gestreift.
- Webcode: 26978857
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