Arbeitsschutz auf Offshore-Windkraftanlagen
Gute Prinzipien für alle Arbeitsorte
(10.09.2026) Auf Offshore-Windkraftanlagen müssen Arbeitseinsätze besonders sorgfältig geplant werden: Wetter, Wellen, Logistik und die Entfernung zum Festland lassen keinen Raum für Fehler und Improvisation. Was Unternehmen auf hoher See für den Arbeitsschutz tun, kann auch an Land als Vorbild dienen, erklärt die Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse (BG ETEM).
Einfach loslegen - das funktioniert auf Offshore-Windenergieanlagen nicht. Vor jedem Einsatz müssen Wetter und Arbeitsbedingungen ebenso geprüft werden wie Ausrüstung, persönliche Schutzausrüstung und Erste-Hilfe-Material. Während der Arbeit wird die Gefährdungsbeurteilung an die tatsächlichen Bedingungen angepasst. Fehlt geeignetes Werkzeug oder verändert sich die Situation, wird die Arbeit gegebenenfalls verschoben oder eine andere Aufgabe übernommen.
Wie Arbeitsschutz unter diesen Bedingungen funktioniert und was Unternehmen davon lernen können, zeigt die neue Folge von "Ganz sicher", dem Podcast der BG ETEM für Menschen mit Verantwortung. Zu Gast ist Andreas Wessels, Fachkraft für Arbeitssicherheit bei Siemens Gamesa.
Sicherheit beginnt vor dem Einsatz
Auf den Windkraftanlagen beginnt der Arbeitstag mit einem Sicherheitscheck und einem sogenannten Toolbox Talk. Die Teams besprechen Wetter, geplante Tätigkeiten und mögliche besondere Situationen. Auch die Rettung ist Teil der Vorbereitung: Weil schnelle Hilfe vom Festland nicht selbstverständlich ist, gehören eigene Rettungskonzepte, erweiterte Erste-Hilfe-Kompetenzen und regelmäßige Übungen zum Sicherheitskonzept.
Das Grundprinzip lässt sich auf andere Arbeitsplätze übertragen: Risiken vor Beginn der Arbeit prüfen, Veränderungen berücksichtigen und Notfallmaßnahmen regelmäßig trainieren.
Beschäftigte müssen Risiken ansprechen können
Arbeitsschutz funktioniert nicht allein über Regeln und Unterweisungen. Gerade wenn Teams eigenständig arbeiten, müssen Beschäftigte Risiken erkennen, ansprechen und eine Arbeit gegebenenfalls stoppen können.
Bei Siemens Gamesa setzt die Sicherheitskampagne "Just Safe" deshalb auf Beteiligung und eine offene Fehlerkultur. Bedenken und Kritik sollen nicht als persönlicher Vorwurf verstanden werden, sondern als Chance, Gefährdungen und Wissenslücken frühzeitig zu erkennen und daraus zu lernen.
Vier Impulse für Unternehmen
Bestimmte Prinzipien aus dem Offshore-Arbeitsschutz sind für alle Betriebe relevant.
- Vorbereiten: Risiken, Arbeitsmittel und Bedingungen vor Arbeitsbeginn prüfen.
- Nicht improvisieren: Fehlt etwas für eine sichere Ausführung, Arbeit unterbrechen oder Alternative suchen
- Widerspruch ermöglichen: Beschäftigte ausdrücklich ermutigen, Bedenken anzusprechen und unsichere Arbeiten zu stoppen.
- Aus Fehlern lernen: Ursachen und Abläufe analysieren, statt allein nach Verantwortlichen zu suchen
Podcast mit Praxistipps
Mehr Einblicke in die Offshore-Praxis gibt Andreas Wessels in der neuen Folge von "Ganz sicher". Im Gespräch mit Moderatorin Katrin Degenhardt geht es um Arbeitsplanung, Rettung, Sicherheitskultur und die Frage, was andere Branchen aus der Offshore-Arbeit übernehmen können.
Der Podcast ist auf der Webseite der BG ETEM unter der Adresse www.bgetem.de/ganzsicher zu finden. Ebenso bei Spotify, YouTube Music, Deezer, RTL+, Pocket Casts sowie Apple Podcasts. Zur Folge „Offshore-Arbeitssicherheit auf hoher See“ geht es hier.
Hintergrund BG ETEM
Die BG ETEM ist die gesetzliche Unfallversicherung für rund vier Millionen Beschäftigte in gut 200.000 Mitgliedsbetrieben. Sie kümmert sich um Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz in den Mitgliedsbetrieben sowie um Rehabilitation und Entschädigung von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten. Für ihre Mitgliedsunternehmen übernimmt die BG ETEM die Haftung für die gesundheitlichen Folgen von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten gegenüber den Beschäftigten und stellt diese auch untereinander von der Haftung frei.
Pressebild (die Verwendung dieses Bildes ist nur in Verbindung mit der Pressemitteilung und nicht zu anderen Zwecken gestattet.)
Ihr Ansprechpartner bei der BG ETEM
Christian Sprotte
Pressesprecher
Telefon 0221 3778-5521
Telefax 0221 3778-195521
Mobil 0175 260 73 90
E-Mail sprotte.christian@bgetem.de
Internet www.bgetem.de, Webcode 11364615
- Webcode: 26747515
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