Klebstoffe
Klebstoffe haben in der Buchbinderei und Papierverarbeitung eine besondere Bedeutung. Sie sind die wichtigsten Arbeitsstoffe. Dabei kommen vielfältige Arten zum Einsatz, die jeweils spezielle Schutzmaßnahmen verlangen.
Nahezu alle Klebstoffe sind komplizierte chemische Verbindungen. Einige bestehen als Naturprodukte aus pflanzlichen Rohstoffen, wie "Stärkekleister", oder aus tierischen Produkten, wie "Knochenleim". Eine wesentlich größere Vielfalt als die natürlichen bieten die synthetischen Klebstoffe. Ihre Wirkung beruht ebenso wie bei allen natürlichen Klebstoffen darauf, dass ein zuerst flüssiges Produkt erhärtet. Das funktioniert entweder durch Verdunsten von Lösemitteln oder Wasser, worin die eigentliche Klebsubstanz gelöst ist, oder indem ein Klebstoff erstarrt, der zuvor geschmolzen ist. All diese Klebstofftypen fasst man unter dem Oberbegriff physikalisch abbindende Klebstoffe zusammen.
Eine weitere wichtige Gruppe synthetischer Klebstoffe verändert sich während des Klebevorgangs chemisch. Diese Klebstofftypen werden als chemisch abbindende Klebstoffe bezeichnet. Der Klebstoff wird flüssig auf die jeweilige Oberfläche aufgebracht und "härtet aus", wodurch der Klebefilm seine Festigkeit gewinnt. Dieses Aushärten geschieht in der Regel, indem sich Makromoleküle bilden, vergleichbar mit der Kunststoffherstellung. Den Prozess löst eine ganz bestimmte Chemikalie aus, die z. B. im Härter vorkommt, oder eine Reaktion mit der Luftfeuchtigkeit wie bei "Sekundenklebern".
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